8. März 2012, Berlin, Gesundheitskompetenz für alle

 Die Werkstatt-Tagung 2012, unmittelbar vor dem Kongress „Armut und Gesundheit“ in Berlin, veranstaltete das D/A/CH-Netzwerk für Gesundheitsförderung in Kooperation mit dem Verbund Hochschulen für Gesundheit und der Gesundheitsakademie e.V. zum Thema „Gesundheitskompetenz für alle“. Der Untertitel stellte die Frage: Ein neues Heilmittel für gesundheitliche Selbstbestimmung, soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Lebensweisen?

 

Die Tagung erörterte im Besonderen die folgenden Fragen: Wo und wie lernen wir „Gesundheitskompetenz“? Bewährt sich dieses Konzept auch in kritischen oder prekären Lebenssituationen? Wo und wie kann Gesundheitskompetenz die Möglichkeiten der Selbstbestimmung im Alltag erweitern (oder dient ihre Propagierung vorwiegend der widerstandfreien Anpassung an eine kommerziell interessante Fremdbestimmung)? Schliesslich wird postuliert, dass Patientinnen und Patienten im Versorgungssystem mehr Souveränität erlangen sollen und dass das Konzept Gesundheitskompetenz die Basis dazu sei. Jedoch: Lässt sich dies einlösen ohne ein weiteres Vergrössern der sozialen Unterschiede?

 

Deutlich wurde, dass das Thema Gesundheitskompetenz grosse Resonanz findet, gleichwohl jedoch klärungsbedürftig bleibt und danach ruft, dass sowohl Gesundheit als auch Kompetenz genauer bestimmt werden müssen. Eine gesunde Skepsis ist angesagt gegenüber der Vorstellung, wer wozu kompetent zu sein habe - und wer es zu wenig sei, weil er/sie sich ungesund verhalte.

 

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Programm_DACH-Tagung_Gesundheitskompeten
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